Wenn Airbnbs so lukrativ sind, warum machts dann nicht jeder?
20.04.2026
Unnötig konservative Frage oder doch berechtigt?

Wer sich mit Airbnb und Kurzzeitvermietung beschäftigt, sieht online schnell dieselben Bilder. Fünfstellige Monatsumsätze, bunte Dashboard-Screenshots und Leute, die erzählen, dass sie mit ein paar Wohnungen finanziell frei geworden sind. Kein Wunder also, dass man sich fragt, ob man das auch ausprobieren könnte.
Im Gespräch mit Freunden oder der Familie kommt dann allerdings oft die Frage auf: Wenn das so lukrativ ist, warum macht’s dann nicht jeder?
Und weißt du was? Die Frage ist berechtigt. Vielleicht sogar berechtigter als vieles, was man auf Social Media dazu sieht.
Der erste Punkt ist simpel: Airbnb wirkt von außen oft einfacher, als es in Wirklichkeit ist. Viele stellen es so dar, als würdest du ein paar schöne Bilder hochladen, den Kalender öffnen und ab dann läuft das Ding fast von allein. In der Praxis ist Kurzzeitvermietung aber kein kleines Nebenbei-Projekt, sondern ein echtes Geschäft. Und ein Geschäft heißt eben nicht nur Umsatz, sondern auch Kosten, Verantwortung und Risiko.
Die äußern sich durch Investitionen, laufende Ausgaben, Leerstände, Schäden, Reinigung, Wäsche, Kommunikation mit Gästen, Plattformgebühren, IT-Infrastruktur, Steuern und buchhalterische Anforderungen. Je nach Standort kommen rechtliche Fragen, Genehmigungen oder Auflagen dazu. Das alles sieht man auf den typischen Erfolgs-Screenshots nicht. Dort sieht man meistens nur die schöne Umsatz-Zahl, nicht aber die damit verbundenen Kosten und Aufwände.
Und selbst wenn man bereit ist, das alles zu akzeptieren, ist der Erfolg mit einer Ferienwohnung nicht garantiert. Immer öfter liest man von Gastgebern, die ihre Ferienwohnungen und Inserate wieder verkaufen. Die Gründe dafür sind natürlich vielfältig. Oft sind sie aber genau darauf zurückzuführen, dass der Aufwand unterschätzt wurde und auch, dass in den letzten Jahren immer mehr Ferienwohnungen eröffnet wurden und dadurch viel Konkurrenz dazu gekommen bzw. der Wettbewerb gestiegen ist.
Wer der Kurzzeitvermietung auf die leichte Schulter nimmt, ist hier schnell der Verlierer.
Das heißt aber natürlich nicht, dass die Kurzzeitvermietung nicht lukrativ ist. Sie ist es teilweise sogar sehr. Aber eben nicht für jeden und schon gar nicht automatisch. Es funktioniert vor allem für Gastgeber, die ihre Wohnungen nicht nur oberflächlich betreiben, sondern auch die langweiligen und nervigen Themen ernst nehmen. Die Realität ist nicht nur Auslastung, Umsatz und Design. Sie besteht vor allem auch aus Struktur, Prozessen und deren saubere Umsetzung.
Die skeptische Frage aus dem Umfeld ist also gar nicht dumm oder negativ. Im Gegenteil. Sie trifft einen wunden Punkt, den viele Erfolgsgeschichten auslassen. Nicht jeder macht Airbnb, weil eben nicht jeder Lust hat, ein echtes operatives Geschäft aufzubauen und dauerhaft sauber zu führen.
