sevdesk-DATEV-Schnittstelle: Buchungen sauber an die Kanzlei übergeben
sevdesk-DATEV-Schnittstelle: alle vier Exportwege, was die DATEV-Datenservices voraussetzen und wie jede Buchung vorher als Rechnung in sevdesk landet.
Viele Gastgeber und Agenturen machen ihre Ferienwohnungs-Buchhaltung in sevdesk, während die Steuerkanzlei in der DATEV-Welt arbeitet. Für diese Übergabe bringt sevdesk ab dem Tarif „Rechnung“ eine eingebaute DATEV-Schnittstelle mit, ein Zusatztool brauchst du dafür nicht. In diesem Beitrag liest du, welche Exportwege es gibt, welche davon deine Kanzlei einrichten muss und warum der zeitraubende Teil der Strecke vor dem Export liegt, beim Erfassen jeder einzelnen Buchung.
So arbeitet die sevdesk-DATEV-Schnittstelle: Übergabe statt Dauerverbindung
Den DATEV-Bereich findest du in sevdesk im Menü Steuer unter „Mein Steuerberater“. Dort wählst du die Übertragungsart und stößt den Export an. Technisch ist das eine Übergabe zu dem Zeitpunkt, an dem die Buchhaltung gemacht wird, keine Dauerverbindung, die beide Systeme laufend synchron hält. Für die meisten Vermietungen passt das gut, denn die Kanzlei bucht ohnehin im Monats- oder Quartalsrhythmus.
sevdesk unterscheidet dabei zwei Datenarten. Der Buchungsdatenexport enthält die Buchungssätze und Stammdaten deiner Buchhaltung, wahlweise mit den Belegbildern. Der Rechnungsdatenexport enthält die Belegbilder und wahlweise dazu die Rechnungsdaten wie Beträge, Umsatzsteuer und Kreditor oder Debitor in einer XML-Datei. Beide Datenarten gibt es als Datei zum Weitergeben oder als direkten Draht über einen DATEV-Datenservice.
Die vier Wege von sevdesk nach DATEV
Buchungsdaten als Datei (CSV und ZIP). Der Weg ohne zusätzliche DATEV-Produkte. Für eine Handvoll Wohnungen mit Quartalsabgabe reicht er oft völlig. Du gibst Beraternummer, Mandantennummer und den Beginn deines Wirtschaftsjahres an, wählst den Zeitraum und lädst das Paket herunter. Deine Kanzlei importiert es in ihre DATEV-Software. Beachte dabei, dass der Exportzeitraum innerhalb des angegebenen Wirtschaftsjahres liegen muss.
Buchungsdaten direkt über den DATEV-Buchungsdatenservice. Hier gehen die Buchungssätze ohne Datei über die DATEV-Cloud in das Rechnungswesen-Programm deiner Kanzlei. Den Service bestellt in der Regel die Kanzlei über die MyDATEV-Mandantenregistrierung, das Nutzungsrecht muss auf ihrer SmartCard freigeschaltet sein, und laut sevdesk-Hilfe müssen auch hier der Bestand „online“, das zu übertragende Wirtschaftsjahr und eine Sachkontenlänge von vier Stellen angelegt sein. Volles DATEV Unternehmen online braucht die Kanzlei dafür nicht zwingend, Belege online genügt.
Rechnungsdaten als Datei (XML und ZIP). Bei diesem Paket stehen die Belegbilder im Mittelpunkt, ergänzt um die Rechnungsdaten. Es passt, wenn deine Kanzlei aus den Belegen selbst bucht.
Rechnungsdaten direkt über den DATEV Rechnungsdatenservice 1.0. Deine Belegdaten und Belegbilder landen in DATEV Unternehmen online, dort entstehen daraus Belegsätze und Buchungsvorschläge für das Rechnungswesen der Kanzlei. Die Voraussetzungen ähneln denen des Buchungsdatenservice: das freigeschaltete Recht auf der SmartCard, das angelegte Wirtschaftsjahr und die Sachkontenlänge von vier Stellen, hier aber zwingend mit DATEV Unternehmen online und dem Bestand „erweitert“. Eine Grenze nennt DATEV dabei selbst. Die neue Version von DATEV Belege online unterstützt den Rechnungsdatenservice 1.0 aktuell noch nicht, deine Kanzlei prüft deshalb vor der Einrichtung, mit welcher Version sie arbeitet.
Für beide Datenservices gilt laut sevdesk-Hilfe, dass eine einmal hergestellte Verbindung je Mandant zwei Jahre aktiv bleibt.
Dazu kommt ein fünfter Zugang, der keinen eigenen Export braucht. Über das sevdesk-Steuerberaterportal schaltet sich deine Kanzlei auf dein Konto auf und zieht die Daten selbst, im Modus ihrer Wahl.
Welcher Weg passt? Das klärst du mit deiner Kanzlei
Die Wahl hängt an zwei Fragen. Machst du in sevdesk nur deine Ausgangsrechnungen oder die komplette Buchhaltung samt Bankabgleich? Und arbeitet deine Kanzlei mit DATEV oder mit einer anderen Software wie ADDISON?
DATEV-Kanzleien empfiehlt die sevdesk-Hilfe die beiden Datenservices, weil sie manuelle Schritte vermeiden. Den Rechnungsdatenexport empfiehlt sie, wenn du deine Ausgangsrechnungen in sevdesk schreibst und dein Bankkonto angebunden hast, den Buchungsdatenexport, wenn du ohne Bankanbindung arbeitest oder deine komplette Buchhaltung samt Bankabgleich selbst sauber in sevdesk führst. Zwei Dinge gehören vorab auf den Tisch. Die beiden DATEV-Services sind eigene, kostenpflichtige DATEV-Produkte, und ihre Einrichtung läuft über die Kanzlei. Sprich den Weg deshalb vor dem ersten Export durch, dann richtet ihr beide Seiten einmal passend ein.
Beim Datei-Export der Buchungsdaten bietet sevdesk zusätzlich an, die exportierten Dokumente direkt im Exportdialog festzuschreiben. Beim Rechnungsdaten-Export und bei den beiden Datenservices gibt es diese Option dort nicht. Für diese Wege schreibst du die Zeiträume in den sevdesk-Einstellungen fest. Das unterstützt die unveränderbare Dokumentation deiner Belege und gehört ebenfalls mit der Kanzlei abgestimmt.
Der Export ist nur so gut wie die Rechnungen davor
Die Schnittstelle überträgt deine Daten so, wie sie in sevdesk stehen. Ein falscher Steuersatz auf der Rechnung kommt genauso falsch in der Kanzlei an. Bei Ferienwohnungen heißt das vor allem, dass die Aufteilung zwischen 7 Prozent für die Übernachtung und 19 Prozent für Leistungen wie WLAN oder Stellplatz schon auf der Rechnung stimmen muss. Wie du sie festlegst, zeigt der Beitrag zum Aufteilungsgebot bei Ferienwohnungen. Die Kurtaxe behältst du getrennt im Blick. Wie deine Gemeinde sie regelt, steht in der örtlichen Satzung, die Einordnung klärst du einmal mit deiner Kanzlei. Den Hintergrund liefert der Beitrag zu Kurtaxe, Citytax und Beherbergungssteuer. Auf der Ausgabenseite kann bei den Gebühren der Portale das Reverse-Charge-Verfahren greifen.
Verwaltest du mehrere Wohnungen oder mehrere Eigentümer, kommt die Trennung dazu. Erlöse verschiedener Firmen müssen getrennt erfasst werden. Die Trennung je Objekt erleichtert dir Eigentümerabrechnungen und Auswertungen und gehört mit der Kanzlei abgestimmt.
Der eigentliche Engpass: jede Buchung muss erst als Rechnung in sevdesk stehen
Der Export zur Kanzlei ist in wenigen Klicks erledigt. Zeit kostet der Schritt davor. Jede Buchung aus Airbnb, Booking.com und deiner eigenen Website braucht eine Rechnung in sevdesk, mit dem passenden Steuersatz je Position und der Kurtaxe. Bei 15 oder 30 Wohnungen sind das schnell einige hundert Belege im Jahr.
Diesen Teil automatisiert bnbills. Es verbindet dein PMS, also Smoobu oder Guesty, mit sevdesk und legt nach jeder Abreise automatisch die fertige Rechnung an, im Nummernkreis-Format deines sevdesk-Kontos und mit den Steuersätzen, die du je Position festgelegt hast. Die Kurtaxe erscheint dabei als eigene Position mit dem Satz, den du dafür eingestellt hast. Bucht ein Gast um, storniert bnbills die noch offene Rechnung in sevdesk und legt eine aktualisierte an. Eine bereits bezahlte Rechnung rührt es nicht an. Die Kontierung übernimmt sevdesk anhand dieser Sätze selbst, bnbills legt dafür nichts Eigenes fest. Für die Anbindung brauchst du den sevdesk-Tarif „Buchhaltung Pro“, dort ist die dafür nötige Schnittstelle enthalten, und die DATEV-Funktionen sind damit ohnehin an Bord. Die Einrichtung Schritt für Schritt zeigt der Beitrag Smoobu mit sevdesk verbinden, den Überblick über sevdesk für Vermieter der Beitrag sevdesk für Ferienwohnungen. Kommen deine Buchungen aus Smoobu, zeigt dir der Beitrag Smoobu und DATEV, was Smoobu selbst Richtung DATEV mitbringt. Mit mehreren Firmen arbeitest du in bnbills mit mehreren Buchhaltungs-Konten in einem Account und legst je Apartment fest, wohin die Rechnungen gehen.
Für die Zusammenarbeit mit der Kanzlei legt bnbills noch etwas obendrauf. Im Statistik-Tab Steuerberater liegen drei Auswertungen für die Kanzlei bereit: die Umsatzsteuer je Steuersatz, wahlweise für Monat oder Quartal, dazu alle Rechnungspositionen und eine Liste der abgereisten Buchungen mit und ohne Rechnung, jeweils als CSV. Du lädst die Dateien herunter und schickst sie weiter. Das ersetzt keinen DATEV-Import, kann Rückfragen aber deutlich verkürzen.
Häufige Fragen zu sevdesk und DATEV
Hat sevdesk eine DATEV-Schnittstelle?
Ja. Die DATEV- und ADDISON-Schnittstelle ist in sevdesk ab dem Tarif „Rechnung“ enthalten. Du exportierst Buchungs- oder Rechnungsdaten im DATEV-Format als Datei, oder die Daten fließen über den DATEV-Buchungsdatenservice beziehungsweise den Rechnungsdatenservice 1.0 direkt zu deiner Kanzlei.
Wo finde ich den DATEV-Export in sevdesk?
Im Hauptmenü unter Steuer und dort unter „Mein Steuerberater“. Im unteren Bereich wählst du die Übertragungsart, bei Bedarf änderst du sie über „Übertragungsart ändern“, und startest den Export. Den Import in DATEV übernimmt deine Kanzlei.
Was kostet die Übergabe an DATEV?
Der Datei-Export gehört zu deinem sevdesk-Tarif. Die beiden DATEV-Datenservices sind eigene, kostenpflichtige DATEV-Produkte, der Buchungsdatenservice beginnt laut DATEV-Shop bei 1,36 Euro im Monat (Stand: November 2026). Bestellung und Einrichtung laufen in der Regel über deine Kanzlei.
Braucht meine Kanzlei DATEV Unternehmen online?
Für den Rechnungsdatenservice 1.0 ja, dort muss zudem der Bestand „erweitert“ angelegt sein. Beachte dabei, dass die neue Version von DATEV Belege online den Rechnungsdatenservice 1.0 derzeit noch nicht unterstützt. Für den Buchungsdatenservice genügt laut sevdesk-Hilfe Belege online. Für den Datei-Export braucht die Kanzlei keinen der beiden Dienste, nur eine DATEV-Software, die den Import übernimmt.
Übergibt bnbills meine Daten an DATEV?
Diese Strecke bleibt bei sevdesk. bnbills legt die Rechnungen zu deinen Buchungen in sevdesk an, und von dort nutzt du den DATEV-Export oder einen der beiden Datenservices. Einen eigenen DATEV-Export für sevdesk-Konten hat bnbills nicht.
Kann mein Steuerberater selbst auf sevdesk zugreifen?
Ja, über das sevdesk-Steuerberaterportal. Deine Kanzlei schaltet sich auf dein Konto auf, wählt den Exportmodus und zieht die Daten selbst. Du musst dann nichts mehr exportieren.
Was ist der Unterschied zwischen der sevdesk API und der DATEV-Schnittstelle?
Die API ist die Brücke in sevdesk hinein. Über sie legen externe Dienste wie bnbills Rechnungen automatisch an, enthalten ist sie im Tarif „Buchhaltung Pro“. Die DATEV-Schnittstelle ist die Brücke aus sevdesk heraus zu deiner Kanzlei. Für die Übergabe an DATEV brauchst du keine eigene Programmierung.
Meine Kanzlei arbeitet mit ADDISON. Geht das auch?
Ja. sevdesk unterstützt neben DATEV auch die ADDISON-Welt, für Kanzleien mit ADDISON empfiehlt die sevdesk-Hilfe ADDISON SMART Connect. Die Einrichtung sprichst du direkt mit deiner Kanzlei ab.
Erst automatisieren, dann übergeben
Die sevdesk-DATEV-Schnittstelle ist für dich als Vermieter der einfache Teil der Strecke. Den Weg wählst du einmal mit deiner Kanzlei, danach ist der Export Routine. Deine Zeit steckt im Schritt davor, in den Rechnungen zu jeder einzelnen Buchung. Genau den übernimmt bnbills für 10 Euro netto je aktiviertem Apartment im Monat und legt die Rechnungen fertig in sevdesk ab, damit deine Kanzlei sie von dort abholen kann. In einer halbstündigen Demo siehst du das live.
Dieser Beitrag gibt den Stand von November 2026 wieder und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Kläre deine individuelle Situation mit deinem Steuerberater.